Weiße Dörfer hinter der Costa del Sol über 30 Prozent teurer: Was heißt das für unsere Region?
Cómpeta, Frigiliana und Nerja legten in fünf Jahren 32 bis 38 Prozent zu, getrieben von nordeuropäischen Käufern. Die Zahlen, und der Vergleich mit der Costa Blanca.
Wer glaubt, nur die bekannten Strandorte würden teurer, sollte in die Hügel hinter der Costa del Sol schauen. In der Axarquía, dem Bergland östlich von Málaga, stiegen die Hauspreise von Cómpeta, Frigiliana und Nerja in fünf Jahren um 32 bis 38 Prozent, und mehr als die Hälfte der Nachfrage auf Idealista kommt inzwischen aus dem Ausland. Für Haussuchende an der Costa Blanca ist das keine ferne Kuriosität: Dieselben Kräfte treiben auch hier den Markt.
Drei Dörfer, drei kräftige Sprünge
Die Zahlen stammen vom Immobilienportal Idealista. In Cómpeta, einem weißen Bergdorf eine Stunde von Málaga, stieg der Quadratmeterpreis von 1.467 Euro im Oktober 2021 auf 1.949 Euro im August 2026, ein Plus von 32 Prozent. Frigiliana, das vielfotografierte Dorf oberhalb von Nerja, kletterte von 2.388 auf 3.248 Euro, 36 Prozent mehr. Spitzenreiter ist der Küstenort Nerja selbst: von 2.866 auf 3.952 Euro pro Quadratmeter, ein Anstieg von 38 Prozent. Eine Einordnung gehört dazu: Die Provinz Málaga insgesamt verteuerte sich im selben Zeitraum um rund 75 Prozent, die Dörfer bleiben also sogar hinter dem Provinztempo zurück.
Mehr als die Hälfte der Suchenden kommt aus dem Ausland
Hinter dem Anstieg steckt unverkennbar die ausländische Nachfrage. Ende August kamen 61 Prozent der Besuche von Cómpeta-Anzeigen auf Idealista aus dem Ausland; in Frigiliana und Nerja lag der Anteil bei 57 und 56 Prozent. Briten führen die Listen an, dicht gefolgt von Niederländern, Deutschen und Schweden. Das Profil schreibt sich von selbst: Käufer auf der Suche nach einem eigenen Platz und einem milderen Winter als in Bristol, Amsterdam oder Oslo, die in diesen Dörfern ganze Gemeinschaften aufgebaut haben.
Und die Costa Blanca? Gleicher Film, andere Kulisse
Legt man die Beträge neben unsere Region, dominiert das Wiedererkennen. Der Bewerter Tinsa bezifferte dieses Jahr Xàbia auf 3.436 Euro pro Quadratmeter, Calp auf 3.042 und Dénia auf 2.676, mit Jahresanstiegen zwischen 13 und 18 Prozent. Frigiliana und Nerja spielen also bereits in derselben Preisklasse wie unsere Küstenspitzenreiter. Und die ausländische Dominanz kennen wir hier noch extremer: Laut Notarzahlen sind in Alicante-Orten wie San Miguel de Salinas, Rojales und Algorfa acht bis neun von zehn Käufern Ausländer, und ausländische Käufer zahlten im Schnitt 224.192 Euro gegenüber 143.296 bei spanischen Käufern.
Was du daraus als Käufer mitnimmst
Die Lehre für deine Suche: Ein Bergdorf ist längst keine Garantie mehr für ein Schnäppchen, ob es hinter der Costa del Sol liegt oder hinter der Costa Blanca. Rechne deshalb pro Quadratmeter statt nach Gefühl, und vergleiche Dörfer breiter als die drei, vier berühmten Namen, denn gerade die Nachbardörfer ohne Instagram-Ruhm bieten oft noch Spielraum. Und wo ausländische Nachfrage dominiert, zahlst du schneller einen Ausländerpreis: Ein örtliches Gutachten und ein eigener Anwalt zahlen sich von selbst aus. Starte mit unserem Ratgeber zum Hauskauf in Spanien und den aktuellen Preiszahlen der Costa Blanca.
Bildnachweise
- Frigiliana: Foto Jorge Saturno via Wikimedia Commons, CC BY 4.0
- Nerja: Foto Olga1969 via Wikimedia Commons, CC BY 4.0
- Cómpeta: Foto Tuxyso via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

LEONIE