Immobilienpreise an der Costa Blanca steigen kräftig: Kaufen kostet in Xàbia 69% des Einkommens
Torrevieja und Orihuela verkaufen mehr Wohnungen als jeder andere Ort an Spaniens Küste, die Preise stiegen binnen eines Jahres um über 13 Prozent. Der neue Küstenbericht zeigt auch die Kehrseite.
Der Wohnungsmarkt an der Costa Blanca läuft auf Hochtouren. Das Bewertungsunternehmen Tinsa rechnet in seinem Küstenbericht dieses Sommers vor, dass eine Immobilie an Spaniens Küste binnen eines Jahres um 13,5 Prozent teurer wurde. Nirgendwo wird so viel verkauft wie in Torrevieja und Orihuela. Gute Nachrichten für Eigentümer, schwierige für Kaufinteressenten. Und für die Menschen, die hier arbeiten, wird es richtig eng.
Torrevieja und Orihuela verkaufen am meisten
Torrevieja bleibt die verkaufsstärkste Küstengemeinde Spaniens außerhalb der Provinzhauptstädte: 6.913 Wohnungsverkäufe in 2025, wenn auch 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Orihuela folgt mit 4.992 Transaktionen, ein Minus von 7,5 Prozent. Der leichte Rückgang sagt wenig über die Nachfrage: Das Angebot geht schlicht zur Neige. Neubauverkäufe an der Küste wuchsen um 9,3 Prozent auf rund 21.300, während der Bestandsmarkt kaum vorankam.
Preise steigen zweistellig
Eine Wohnung in Spaniens Küstengemeinden kostete im ersten Quartal 2026 im Schnitt 1.992 Euro pro Quadratmeter, 13,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die teuerste Ecke der Provinz Alicante ist die Marina Alta. Die jüngsten Marktzahlen sehen Xàbia bei 3.436 Euro pro Quadratmeter (plus 13,3 Prozent), Calp bei 3.042 Euro (plus 18,3 Prozent) und Dénia bei 2.676 Euro (plus 14,2 Prozent). Xàbia, Moraira, Dénia und Calp sind die vier teuersten Wohnorte der gesamten Region Valencia.
Für Einheimische wird Kaufen fast unmöglich
Der Bericht enthält auch eine deutliche Warnung. Wer an der Küste kauft, gibt dafür landesweit im Schnitt 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens aus, gegenüber 34 Prozent in ganz Spanien. An der Küste von Alicante sind es 46 Prozent. Die Ausreißer liegen direkt vor unserer Tür: In Xàbia verschlingt eine durchschnittliche Wohnung 69 Prozent des Einkommens eines lokalen Haushalts, in Calp 60 und in Dénia 55 Prozent. Ökonomen halten alles über 30 bis 35 Prozent für nicht tragbar.

Die Ursache ist kein Geheimnis. Internationale Käufer mit dickerem Budget bestimmen das Preisniveau, und einheimische Familien mit spanischen Gehältern können nicht mitbieten. Immer öfter weichen sie in Dörfer im Landesinneren aus. Lokale Medien und Makler in der Marina Alta nennen den Anstieg inzwischen untragbar.
Was das für dich als Käufer bedeutet
Für ausländische Käufer hat die Nachricht zwei Seiten. Wer schon besitzt, hat kräftig an Wert gewonnen. Wer noch sucht, sollte ehrlich rechnen: Auf den Kaufpreis kommen rund 12 bis 14 Prozent Steuern und Nebenkosten, und bei allem, was fair bepreist ist, herrscht Konkurrenz. Lies zuerst unseren Kaufratgeber für Spanien und prüfe die Vermietungsregeln, falls du vermieten willst. Wer flexibel ist, schaut auch direkt hinter die Küstenlinie: Ein paar Kilometer landeinwärts sind die Preise deutlich niedriger, und der Strand bleibt zwanzig Minuten entfernt.
Bildnachweise
- Torrevieja: Foto Ximonic (Simo Räsänen) via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
- Jávea: Foto Concepcion Amat Orta via Wikimedia Commons, CC BY 3.0
- Benidorm: Foto Rodelar via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

LEONIE