Polizei zerschlägt Handel mit falschen Padrón-Einträgen: bis zu 600 Euro pro Adresse
Vierzehn Festnahmen wegen fiktiver Einträge im Melderegister von Roquetas de Mar. Warum auch Käufer strafbar sind, und wie du dich richtig anmeldest.
Das Padrón, die Eintragung bei der Gemeinde, ist für alle, die in Spanien leben, der Schlüssel zu fast allem: Gesundheitskarte, Schule, Aufenthalt. Genau deshalb gibt es einen Schwarzmarkt dafür. Unter dem Namen Operation Costa zerschlug die Policía Nacional ein Netzwerk, das falsche Adressen im Register für bis zu 600 Euro verkaufte, mit vierzehn Festnahmen als Ergebnis. Auch wer so einen Eintrag kauft, macht sich strafbar. Das ist passiert, und so meldest du dich richtig an.
Was passiert ist
Die Ausländerbrigade der Policía Nacional in El Ejido machte die Operation Anfang Juli bekannt, und die Geschichte zieht seitdem Kreise durch ganz Spanien. Vierzehn Menschen wurden festgenommen, wegen fiktiver Eintragungen in Roquetas de Mar, vor allem im Küstenviertel Aguadulce, und in der Stadt Almería. Die Ermittlung begann zufällig: In einem anderen Polizeifall gaben zwei Ausländer an, dafür bezahlt zu haben, an einer Adresse gemeldet zu sein, an der sie nie gewohnt hatten. Von da an zog die Polizei den Faden, gemeinsam mit der Gemeinde Roquetas, der Sozialversicherung und der Ausländerbehörde von Almería.
So lief der Handel
Das Netzwerk hatte eine simple Arbeitsteilung. Ein Vermittler suchte Kunden, besorgte die Unterlagen und buchte die Termine bei der Gemeinde. Zwei Wohnungseigentümerinnen unterschrieben dann gegen Bezahlung die Anmeldung von Menschen, die nie einen Fuß über ihre Schwelle gesetzt hatten. Die Kunden, meist Migranten, die die Adresse für ihr Aufenthaltsverfahren brauchten, zahlten bis zu 600 Euro pro Eintrag. Der Vermittler und die beiden Eigentümerinnen stehen unter Verdacht der Urkundenfälschung und der Beihilfe zur irregulären Einwanderung.
Warum auch der Käufer strafbar ist
Das Auffällige an diesem Fall: Von den vierzehn Festgenommenen sind elf die Käufer selbst. Wer dafür bezahlt, an einer Adresse zu stehen, an der er nicht wohnt, beteiligt sich an einer Urkundenfälschung, und das gilt für alle. Auch für Residenten, die ihre Anmeldung über den Bekannten eines Bekannten regeln wollen, weil der Vermieter nicht mitzieht oder die echte Adresse ein Ferienpark ist. Das Padrón trägt außerdem dein Aufenthaltsrecht, deine Gesundheitskarte und deine kommunalen Rechte: Steht darunter eine falsche Adresse, gerät alles ins Wanken, was darauf aufbaut.
So meldest du dich richtig an
Der legale Weg ist zum Glück unkompliziert. Du meldest dich bei der Gemeinde deiner tatsächlichen Wohnadresse an, mit Reisepass oder NIE plus einem Nachweis, dass du dort wohnst: der Eigentumsurkunde, deinem Mietvertrag oder einer Einverständniserklärung des Eigentümers. Die Anmeldung selbst ist gratis oder kostet höchstens ein paar Euro Gebühren, und Mieter haben schlicht ein Recht darauf; ein Vermieter, der blockiert, ist ein Grund, die Gemeinde um Rat zu fragen, nicht, eine Adresse zu kaufen. Du vermietest selbst und dir wird Geld geboten, um Fremde anzumelden? Lass es: Genau dafür sitzen jetzt zwei Eigentümerinnen auf der Anklagebank. Mehr zum Papierkram? Lies auch unseren Ratgeber zum Leben und Arbeiten an der Costa Blanca.
Bildnachweise
- Aguadulce: Foto kallerna via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
- Rathaus: Foto Tyk via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
- Policía Nacional: Foto Contando Estrelas via Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0

LEONIE