SIM-Swapping in Altea: Bande stiehlt 76.620 Euro über gekaperte Handynummer
Kriminelle übernahmen die Handynummer einer 72-jährigen Frau und räumten ihr Konto leer. So funktioniert die Masche, und an diesen Signalen erkennst du sie rechtzeitig.
Das Handy hat plötzlich keinen Empfang mehr, und ein paar Tage später ist das Konto leer. Genau das passierte einer 72-jährigen Frau aus Altea: Per SIM-Swapping übernahmen Kriminelle ihre Handynummer, und 76.620 Euro verschwanden von ihrem Bankkonto. Die Guardia Civil nahm zwei Verdächtige fest und warnt die ganze Region vor dieser Masche. Das ist passiert, und so schützt du dich.
Was in Altea geschah
Das Opfer stellte fest, dass innerhalb kurzer Zeit 76.620 Euro von ihrem Konto verschwunden waren. Kein Einbruch, keine gestohlene Karte: Die Täter hatten ihre Telefonnummer. Die Guardia Civil in Altea eröffnete eine Ermittlung unter dem Namen Operation Joya26 und rekonstruierte Schritt für Schritt, wie die Bande vorging. Die Spur endete nicht an der Costa Blanca, sondern bei Verdächtigen in Madrid und Valencia.
So funktioniert SIM-Swapping
Der Trick beginnt bei deiner Identität, nicht bei deinem Gerät. Mit missbrauchten persönlichen Daten beantragten die Täter im Namen der Frau die Mitnahme ihrer Nummer zu einem anderen Anbieter und gleich danach einen Wechsel des Vertragsinhabers. Von diesem Moment an landeten ihre SMS-Codes auf der SIM-Karte der Täter. Damit öffneten sie ihr Online-Banking und bestellten drei Debitkarten, die mit dem Konto verknüpft waren. Nach außen wirkte alles normal: Die Zahlungen kamen ganz regulär von ihrem Konto.
Arbeitsteilung wie in einem Unternehmen
Die Ermittlung zeichnet das Bild eines organisierten Netzwerks mit klarer Rollenverteilung: Die Beute wurde über wechselnde Identitäten, Telefonnummern und Lieferadressen ausgegeben. 26.200 Euro flossen in eine goldene Uhr, abgeholt bei einem Juwelier in Alicante, über 41.000 Euro in Elektronik und Spielkonsolen aus Geschäften mehrerer Provinzen, 9.915 Euro in eine Online-Wettplattform und 2.415 Euro in fünf Goldmünzen. Die Guardia Civil nahm eine 22-jährige Frau im Madrider Viertel Vallecas und einen 33-jährigen Mann in Picassent bei Valencia fest, wegen Betrugs und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. Beide sind bis zur Verhandlung auf freiem Fuß; die Akte liegt beim Gericht in Benidorm.
So schützt du dich
Das wichtigste Warnsignal ist verblüffend simpel: Dein Handynetz verschwindet ohne Grund. Funktioniert dein Telefon plötzlich nirgendwo mehr, während das deines Partners läuft? Ruf sofort deinen Anbieter an und frag, ob für deine Nummer ein Anbieterwechsel oder eine neue SIM-Karte beantragt wurde. Prüf außerdem regelmäßig deinen Kontostand, gerade wenn du mehrere Konten führst. Und wo immer möglich: Nutz fürs Einloggen und Banking eine Authentifizierungs-App statt SMS-Codes, denn genau diese Codes sind die erste Waffe, wenn jemand deine Nummer kapert.
Geh bei der Gelegenheit auch deine anderen Konten durch. An einem Konsolenkonto hängt zum Beispiel ein Land, das du nachträglich nicht mehr ändern kannst, und dieses Land entscheidet, welche Käufe darauf funktionieren. Was das praktisch heißt, steht in unserem Leitfaden zu GTA 6 kaufen an der Costa Blanca.
Verdacht? So meldest du es
Schnelligkeit zählt. Sperr im Zweifel zuerst deine Karten und dein Online-Banking über deine Bank, und melde den Fall dann der Guardia Civil: über die Notrufnummer 062, die App AlertCops oder die Wache in deinem Ort. Erstatte immer Anzeige, auch bei kleineren Beträgen: Einzelne Meldungen bringen Netzwerke wie dieses ans Licht. Der Fall von Altea zeigt, dass die Ermittler solchen Spuren ernsthaft folgen, bis nach Madrid und Valencia.
Bildnachweise
- Altea: Foto Diego Delso via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
- SIM-Karte: Foto BwDraco via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
- Guardia Civil: Foto AdelfunsCastellae via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

LEONIE