Spaniens Rente ändert sich 2027: Das musst du wissen
Das Rentenalter steigt auf 67, die volle Rente verlangt künftig 37 Beitragsjahre. Was sich ändert und was du jetzt prüfst.
Wer in Spanien in Rente geht oder es plant, bekommt ab dem 1. Januar 2027 neue Regeln. Dann ist die Rentenreform abgeschlossen, die Spanien 2011 angestoßen hat: Das Rentenalter erreicht 67, die Anforderungen für die volle Rente steigen, und die Leistung wird anders berechnet. Für alle, die hier ganz oder teilweise gearbeitet haben, ist jetzt der Moment, die eigene Lage durchzurechnen.
Was sich 2027 ändert
Die Änderungen sind der Schlussstein einer Reform, die seit fünfzehn Jahren schrittweise greift. Drei Dinge ändern sich gleichzeitig: Das reguläre Rentenalter erreicht seinen Endwert von 67 Jahren, die Beitragszeit für die volle Rente steigt auf 37 Jahre, und die Berechnung bekommt eine zweite Variante. Gleich vorweg: Wer bereits eine spanische Rente bezieht, behält seine laufende Zahlung und muss nichts neu beantragen.
Rentenalter und Beitragsjahre: die neuen Schwellen
Ab 2027 gelten diese Altersgrenzen:
- Reguläre Rente: 67 Jahre. Mit mindestens 38 Jahren und 6 Monaten Beiträgen geht es weiterhin ohne Abschlag mit 65.
- Freiwillige Frührente: ab 65, oder ab 63 mit mindestens 38,5 Beitragsjahren (mit Abschlag).
- Unfreiwillige Frührente (etwa nach Kündigung): ab 63, oder ab 61 mit 38,5 Beitragsjahren.
Für die Höhe gilt eine zweite Schwelle: Bis Ende 2026 reichen 36 Jahre und 6 Monate für 100 Prozent der Berechnungsbasis; ab 2027 sind es 37 Jahre. Das Minimum für einen Rentenanspruch bleibt bei 15 Jahren.
So wird deine Rente künftig berechnet
Neu ab 2027 ist ein zweiter Rechenweg. Klassisch schaut die Seguridad Social auf deine letzten 25 Beitragsjahre (300 Monate). Die neue Variante betrachtet 308 Monate (25 Jahre und 8 Monate) und lässt dich die 4 schlechtesten Monate streichen. Automatisch gilt das günstigere Ergebnis; du musst nichts veranlassen. Wer schwankende Einkünfte hatte, etwa als Selbstständiger, kann profitieren.
Dem gegenüber steht eine höhere Solidaritätsabgabe: Der MEI-Beitrag steigt 2027 auf 1 Prozent des Lohns, davon zahlt der Arbeitgeber 0,83 und der Arbeitnehmer 0,17 Prozentpunkte.
Checkliste: Das prüfst du jetzt

Fünf Dinge, die jetzt in Ordnung gehören:
- Fordere deinen informe de vida laboral an, auf der Website der Seguridad Social: die Aufstellung all deiner spanischen Beitragsjahre. Fehler lässt du jetzt korrigieren, nicht kurz vor dem Antrag.
- Zähl deine Jahre gegen die Schwellen: 15 für einen Anspruch, 37 für die volle Rente, 38,5 für die Rente mit 65 ohne Abschlag.
- Wähl deinen Rentenbeginn bewusst. Nah an einer Schwelle können ein paar Monate früher oder später Hunderte Euro im Monat ausmachen.
- Auch in Deutschland oder Österreich gearbeitet? EU-Jahre zählen für den Anspruch mit; jedes Land zahlt anschließend seinen eigenen Anteil. Deine deutsche Rente läuft separat über die Deutsche Rentenversicherung.
- Unsicher? Vereinbare einen Termin beim INSS oder lass einen Gestor rechnen. Was das Leben hier sonst kostet: unser Kosten-Guide.
Quellen: Euro Weekly News, Seguridad Social, OECD. Veröffentlicht am 1. September 2026.
Bildnachweise
- Explanada: Foto Nicolas Vigier via Wikimedia Commons, CC0
- Palmeras: Foto Zarateman via Wikimedia Commons, CC0
- Seguridad Social: Foto Américo Toledano via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

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