Der Puig Campana über Finestrat, von der Autobahn Richtung Benidorm aus gesehen
NACHRICHTEN

Frau bei Benidorm tot aufgefunden, drei Männer festgenommen

Die Leiche lag in einem ländlichen Gebiet zwischen Benidorm und Finestrat. Der Partner des Opfers sitzt ohne Kaution in Untersuchungshaft, zwei weitere stehen unter Verdacht der Strafvereitelung.

Leonie LEONIE · 1. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
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Die Policía Nacional hat drei Männer festgenommen, nachdem in einem ländlichen Gebiet zwischen Benidorm und Finestrat die Leiche einer etwa 33 Jahre alten Frau gefunden wurde. Hauptverdächtiger ist ihr Partner. Ein Richter schickte ihn am Dienstag ohne Kaution in Untersuchungshaft. Der Fall wird als mögliche geschlechtsspezifische Gewalt untersucht.

Was bekannt ist

Die Leiche einer etwa 33 Jahre alten Frau wurde in einem ländlichen Gebiet zwischen den Gemeinden Benidorm und Finestrat gefunden. Die Polizei geht von einem Gewaltdelikt mit einer Stichwaffe aus.

Es wurden drei Männer festgenommen, 30, 40 und 45 Jahre alt. Der Hauptverdächtige ist der Partner des Opfers. Gegen ihn wird wegen des Todes der Frau nach einem Streit in der gemeinsamen Wohnung ermittelt.

Die beiden anderen Festgenommenen stehen unter Verdacht der encubrimiento, der Verschleierung einer Straftat. Nach Angaben der Polizei stellte einer sein Fahrzeug zur Verfügung, der andere half beim Transport der Leiche an den Ort, an dem sie später gefunden wurde.

Den Fall führt die Policía Nacional. Die Ermittlungen laufen weiter.

Wie der Fall ans Licht kam

Eine Wache der Policía Nacional. Archivbild aus Sabadell, nicht aus Benidorm

Die Polizei kam dem Fall nicht selbst auf die Spur. Die beiden später wegen Verschleierung festgenommenen Männer meldeten sich auf der Polizeiwache in Benidorm.

Laut Polizeimitteilung hatte ihnen der Hauptverdächtige erzählt, was in der Wohnung geschehen war. Sie fuhren daraufhin zu dem Haus, um das zu überprüfen, und halfen anschließend unter seiner Drohung beim Wegschaffen der Leiche. Danach gingen sie dennoch zur Polizei.

Mit ihrer Aussage konnten die Beamten den Fundort lokalisieren und den Hauptverdächtigen festnehmen.

Was genau in der Wohnung passiert ist, gehört zu den laufenden Ermittlungen. Die Polizei hat dazu keine weiteren Einzelheiten veröffentlicht, also schreiben wir sie auch nicht.

Was der Richter entschieden hat

Am Dienstag, 30. September, mussten die drei Verdächtigen vor dem Tribunal de Instancia de Benidorm, Abteilung Violencia sobre la Mujer, erscheinen. Das ist die Kammer, die in Spanien Gewalt gegen Frauen behandelt.

Der Richter ordnete prisión provisional, comunicada y sin fianza für den Hauptverdächtigen an: Untersuchungshaft ohne die Möglichkeit, gegen Kaution freizukommen. Besuch und Kontakt bleiben erlaubt, dafür steht das Wort comunicada.

Die beiden anderen Verdächtigen kamen bis zum Prozess auf freien Fuß. Das ist kein Freispruch: Die Ermittlungen gegen sie laufen weiter, aber der Richter sah keinen Grund, sie festzuhalten.

Keiner der drei ist verurteilt. Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Warum die offizielle Zählung noch offen ist

Ein Detail, das in der Berichterstattung oft wegfällt: Ein solcher Fall geht nicht automatisch in die offiziellen spanischen Zahlen zu geschlechtsspezifischer Gewalt ein.

Die Delegación del Gobierno contra la Violencia de Género, die diese Zahlen führt, sammelt zuerst eigene Informationen, bevor ein Fall so erfasst wird. Dieser Vorgang läuft.

Noch etwas fällt auf: Nach Angaben der Polizei gab es keine früheren Anzeigen wegen geschlechtsspezifischer Gewalt zwischen dem Opfer und dem Hauptverdächtigen.

Das ist keine Ausnahme. Ein großer Teil der tödlichen Fälle in Spanien betrifft Beziehungen, in denen nie Anzeige erstattet wurde. Das heißt, die Signale, mit denen Sozialdienste und Polizei eingreifen, wurden nie gesendet. Genau deshalb wiegt die Hürde, zum Telefon zu greifen, so schwer.

Wohin du dich wenden kannst, auch ohne Spanisch

Für Auslandsbewohner an dieser Küste ist dies der Teil, den man sich merken sollte. Spanien hat eine landesweite Nummer für Gewalt gegen Frauen, die besser funktioniert, als viele annehmen.

Die 016 ist kostenlos, rund um die Uhr erreichbar und vertraulich. Die Nummer erscheint nicht auf der Telefonrechnung. Sie ist nicht nur für Betroffene: Auch Familie, Freunde und Nachbarn, die sich Sorgen machen, können anrufen.

Der Dienst bedient 52 Sprachen. Deutsch, Englisch, Niederländisch und Französisch sind darunter.

Die 016 ist auch ohne Anruf erreichbar:

  • WhatsApp: 600 000 016
  • E-Mail: 016-online@igualdad.gob.es
  • Chat: über die Seite des Ministeriums, violenciagenero.igualdad.gob.es

Die Leitung gibt Information, Rechtsberatung und psychologische Unterstützung. Sie ist keine Notrufnummer. Bei akuter Gefahr wählst du 112.

Ein praktischer Hinweis, den die Verwaltung selbst gibt: Die 016 steht nicht auf der Rechnung, der Anruf bleibt aber in der Anrufliste des Telefons, bis man ihn löscht. Wer darauf achten muss, nutzt besser den Chat oder die E-Mail.

Häufige Fragen

Wo wurde die Leiche gefunden? In einem ländlichen Gebiet zwischen den Gemeinden Benidorm und Finestrat. Genauer hat die Polizei es nicht mitgeteilt.

Wie viele Personen wurden festgenommen? Drei Männer, 30, 40 und 45 Jahre alt.

Was wird ihnen vorgeworfen? Dem Partner des Opfers deren Tötung, den beiden anderen die Verschleierung der Tat.

Sitzen alle drei in Haft? Nein. Nur der Hauptverdächtige, ohne Kaution. Die beiden anderen sind bis zum Prozess auf freiem Fuß.

Gab es frühere Anzeigen? Nach Angaben der Polizei nicht.

Zählt das in den offiziellen Zahlen als geschlechtsspezifische Gewalt? Das prüft noch die Delegación del Gobierno contra la Violencia de Género.

Wer kann die 016 anrufen? Alle: Betroffene, aber auch besorgte Menschen aus ihrem Umfeld. Kostenlos, rund um die Uhr, in 52 Sprachen und ohne Spur auf der Rechnung.

Und bei akuter Gefahr? Die 112.

Leonie
Über die AutorinLeonie

Leonie lebt an der Costa Blanca. Sie schreibt über den Alltag an der Küste: die Märkte, die Spaziergänge und alles, was man erst entdeckt, wenn man wirklich hier lebt.

Bildnachweise

  • Der Puig Campana über Finestrat, von der Autobahn aus gesehen: Foto Phillip Capper via Wikimedia Commons, CC BY 2.0. Archivbild von 2011. Es zeigt die Landschaft zwischen Benidorm und Finestrat, nicht den Fundort selbst.
  • Eine Wache der Policía Nacional: Foto Vetranio via Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0. ARCHIVBILD, aufgenommen in Sabadell und nicht in Benidorm.
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