Bußgelder für zu schnelles Fahren in Spanien: von 100 bis 600 Euro, das sind die Schwellen
Was ein Strafzettel kostet, hängt von der Straße ab und davon, wie stark du zu schnell bist. Die komplette Skala, die Strafbarkeitsgrenze und das Zahlen mit Rabatt.
Wer an der Costa Blanca fährt, trifft überall auf Kameras und Kontrollen: feste Radare, Abschnittskontrollen und zivile Fahrzeuge der Verkehrsbehörde DGT. Ein unaufmerksamer Moment kostet schnell 100 Euro, und wer es übertreibt, riskiert 600 Euro, sechs Punkte oder sogar den Strafrichter. So funktioniert die spanische Bußgeldskala genau, und so hältst du den Schaden klein, wenn es doch passiert.
So ist die Skala aufgebaut
Spanien kennt fünf feste Bußgeldstufen für zu schnelles Fahren. Der leichteste Verstoß kostet 100 Euro ohne Punktabzug. Darüber wird es schnell ernst: 300 Euro und 2 Punkte, 400 Euro und 4 Punkte, 500 Euro und 6 Punkte, und als höchste Stufe 600 Euro und 6 Punkte. Der spanische Führerschein hat insgesamt 12 Punkte, zwei kräftige Strafzettel tun also richtig weh. Ein Trost: Wer innerhalb von 20 Kalendertagen nach der Meldung zahlt, halbiert den Betrag. Dieser Schnellzahlerrabatt gilt für fast alle Verkehrsbußgelder, allerdings verzichtest du damit auf den Einspruch.
Ortschaft oder Autobahn: die Schwellen unterscheiden sich
Welche Stufe greift, hängt vom Limit der Straße ab. Innerorts, wo meist 50 gilt, liegst du mit 51 bis 70 in der untersten Stufe von 100 Euro. Mit 71 bis 80 sind es 300 Euro und 2 Punkte, und ab 101 bist du beim Maximum von 600 Euro und 6 Punkten. Auf einer Landstraße mit Limit 90 beginnt die Skala erst bei 91, die erste Stufe reicht bis 120. Und auf der Autobahn mit Limit 120 bleibt alles bis 150 bei 100 Euro ohne Punkte; erst über 190 erreichst du das Maximum. Deshalb wiegen dieselben 25 Kilometer zu viel im Ort deutlich schwerer als auf der AP-7.
Wann es strafbar wird
Oberhalb einer harten Grenze endet das Bußgeldsystem und das Strafrecht beginnt. Wer das Limit innerorts um mehr als 60 Kilometer pro Stunde überschreitet oder außerorts um mehr als 80, begeht nach Artikel 379 des spanischen Strafgesetzbuchs eine Straftat. Konkret: 111 in einer 50er-Zone oder 201 auf der Autobahn. Der Richter kann drei bis sechs Monate Haft verhängen, oder eine Geldstrafe oder gemeinnützige Arbeit, immer verbunden mit einem Fahrverbot von einem bis vier Jahren. Für Touristen gibt es keine Ausnahme: Auch mit ausländischem Führerschein kannst du vor einem spanischen Strafrichter landen.
Praktische Tipps
Glaub nicht, dass sich ein Bußgeld hinter der Grenze auflöst: Über den europäischen Austausch von Halterdaten landet der Brief ganz normal zu Hause im Briefkasten, in deiner Sprache. Im Mietwagen gibt die Vermietung deine Daten weiter und berechnet meist noch eine Bearbeitungsgebühr. Kommt eine Meldung, zahl schnell online über die Website oder App der DGT und nimm die 50 Prozent Rabatt mit. Der Punktabzug trifft nur Inhaber eines spanischen Führerscheins, aber freu dich nicht zu früh: Das Bußgeld bleibt in voller Höhe stehen. Und spekulier nie auf die technische Toleranz eines Radars: Es gibt sie, aber sie ist klein und hängt vom Gerät ab; wer sich ans Limit hält, braucht sie nicht. Mehr zu Autokosten in Spanien? Lies auch unseren Überblick zu den Lebenshaltungskosten an der Costa Blanca.
Bildnachweise
- AP-7: Foto Werner Wilmes via Wikimedia Commons, CC BY 2.0
- Benidorm: Foto Zarateman via Wikimedia Commons, CC0
- Autovía: Foto Ezarate via Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

LEONIE